Pfarrer

Dr. Bernhard Hackl

Bernhard_Hackl_hp.jpg Veränderung…

Jeder und jede von uns reagiert anders, wenn er dieses Wort hört. Nicht schon wieder eine Veränderung denkt sich der eine. Endlich etwas Neues denkt sich die andere. Der Weg, der mich als Pfarrer in die Thomaskirche geführt hat war voll von vielen kleinen und großen Veränderungen.


Mein Weg in die Thomaskirche…

Der Weg, der mich als Pfarrer in die Thomaskirche geführt hat war voll von vielen kleinen und großen Veränderungen. Begonnen hat dieser Weg 1973, als ich in Traiskirchen bei Baden geboren wurde. Nach der Matura habe ich dann Geschichte und Deutsche Philologie und später Evangelische Theologie studiert. 2006 heiratete ich meine Ehefrau Helga und 2007 und 2009 wurden unsere beiden Töchter Elisabeth und Katharina geboren. 2015 begann ich dann meine Ausbildung zum Pfarrer, zuerst bis 2017 in der Gemeinde Bad Vöslau. In diese Zeit fiel leider auch die Trennung von meiner Ehefrau. So entschloss ich mich alleine in die Steiermark zu gehen, bewarb mich dort 2018 auf eine Pfarrstelle und plante auch schon die nächsten Jahre. Doch manchmal verlaufen Wege und Zeiten anders als geplant. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Verhältnis zu meiner Ehefrau Helga neu und 2019 beschlossen wir wieder zusammenzuziehen. Allerdings war bald klar: Der Rest meiner Familie würde nicht in die Steiermark kommen. Da ich sehr gerne Pfarrer war begab ich mich daher auf die Suche nach einer neuen Pfarrstelle im Raum Wien. Und so landete ich dann in die Thomaskirche.


Mein Bild von Gemeinde?


Was ist mein Bild von Gemeinde? Ich gehe sehr gerne wandern und so fällt mir dazu ein Bild aus der Natur ein.  Eine Gemeinde ist für mich wie ein großer Wald. Das Schöne an einem Wald ist, dass es in ihm viele verschiedene Dinge zu entdecken gibt. Da gibt es die ganz kleinen Bäumchen, die noch ihren Weg nach oben suchen und unten geschützt heranwachsen. Es gibt die Bäume im mittleren Alter, die schon groß und stark sind. Und es gibt die ganz alten Bäume, die alle überragen und Schatten für alle anderen spenden in der Hitze des Sommers. Es gibt da die Sträucher, die Nadelbäume und die Laubbäume. Jeder von diesen Bäumen ist anders. Aber gerade in ihrer Vielfalt machen sie einen schönen Wald aus und sorgen dafür, dass er lebendig ist. Ich kann aus der riesigen Eiche keinen zarten Haselnussstrauch machen und umgekehrt aus dem kleinen Strauch keine riesige Eiche. Jeder der Bäume ist auf seine Art schön und wertvoll. Und in einem Wald spielen die verschiedenen Bäume und Tiere zusammen. So sollte Gemeinde auch sein. Daher steht für mich das gemeinsame Arbeiten im Vordergrund, bei dem sich jeder und jede mit seinen Stärken einbringt und in seinen Veränderungen Halt und Unterstützung bei den anderen findet. Denn wir alle verändern uns ein Leben lang. Dazu braucht es alle Arten von Bäumen – die jungen, die Kinder und Familien. Ohne sie wird es irgendwann keinen Wald mehr geben. Andererseits können die Kinder und Familien von den älteren Bäumen auch viel lernen. Auf die gute Mischung kommt es an. Der Pfarrer ist ein Teil des Waldes, denn er ist am Ende auch nur ein Baum und braucht den Wald als ganzes.
Von der richtigen Zeit…
Immer wieder erleben wir, was geschieht, wenn Veränderungen zu schnell gehen. 2020 hat schon sehr viele Veränderungen gebracht. Für uns als Familie mit dem Zusammenziehen und dem Umzug, für die Art und Weise, wie wir als Pfarrgemeinde Gemeinschaft haben können oder nicht, für uns alle in Arbeit, Schule und Privatleben. Es braucht das richtige Maß an Veränderung und Nicht-Veränderung. Das ist in der Natur so, das ist im Leben so und in der Gemeinde. Veränderung braucht Zeit. 2020 hat schon sehr viele Veränderungen gebracht. Für uns als Familie mit dem Umzug, für die Art und Weise, wie wir als Pfarrgemeinde Gemeinschaft haben können, für uns alle in Arbeit, Schule und Privatleben. Es braucht das richtige Maß an Veränderung und Nicht-Veränderung. Das ist in der Natur so, das ist im Leben so und in der Gemeinde. Veränderungen brauchen die richtige Zeit und sie können Angst machen. Dabei ist es sicher gut, seine Wege zu planen. Das mache ich bei jeder Wanderung so. Gleichzeitig habe ich in den letzten Jahren erlebt: Gott hat manchmal andere Pläne mit uns als wir uns das lang und breit ausmalen. Und wir können das im Leben, das wir nicht verstehen, Gott überlassen. Er weiß, wo es hingehen wird, vielleicht über Umwege. Das schreibt auch der Prediger in meinen Lieblingsbuch der Bibel: Alles hat seine Zeit (…). Gott hat alles schön gemacht zur richtigen Zeit, nur dass der Mensch nicht verstehen kann, was Gott tut, den Anfang nicht und das Ende auch nicht. (Prediger 3,1 ff.)


Fragen – bitte gerne!


Im Vertrauen darauf freue ich mich auf die Zeit, die vor mir liegt und den Wald, den ich kennenlernen werde. Für Fragen oder Anregungen stehe ich jederzeit zur Verfügung, nach den Gottesdiensten bei einem Kaffee, per Mail oder auch telefonisch.


Ihr und euer Pfarrer Dr. Bernhard Hackl